Audiomitschnitt „Von feministischen Reitpeitschen und Blumenkränzen“

Hier ein Audiomitschnitt von Vortrag und Diskussion.

Und hier geht es zu e*vibes.

Veranstaltungsort 11.11. und 09.12.

Die Veranstaltung „Von feministischen Reitpeitschen und Blumenkränzen“ mit e*vibes am 11. November und die Filmvorführung des Films „Die Katze wäre eher ein Vogel“ werden im neuen Nordpol stattfinden.
Der Nordpol befindet sich in der Münsterstr. 99 (ehemalige Poststube) in Dortmund. Beide Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr.

Zukünftig wird dort jeden zweiten Montag im Monat ein feministischer Tresen stattfinden. Mehr dazu in Kürze hier oder auf Facebook.

Dafür haben wir jetzt leider keine Zeit: Vier Veranstaltungen zum Themenfeld Feminismus

Geschlecht

Making Sex: Auch biologisches Geschlecht ist gesellschaftlich gemacht
„Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“ ist nach der Geburt die erste Frage, die immer wieder gestellt wird. Können die Eltern darauf keine Antwort geben, so herrscht betretenes Schweigen, wird das Thema gewechselt. Das Kind beginnt erst so richtig in unserer Gesellschaft zu existieren, wenn es mit einem von zwei Geschlechtern aufwarten kann – ein Zustand nachdem Justiz, Medizin und „gesellschaftliche Moral“ einem jeden Menschen trachten.

Ganz selbstverständlich nehmen wir auch für uns in Anspruch, Menschen nach dem Geschlecht unterscheiden zu können. Wir erkennen sie an Kleidung, beruflicher Qualifikation (der Chef ist niemals eine Frau), seltener durch einen Blick auf die kulturell so aufgeladenen Genitalien. Bart, übrige Körperbehaarung, Hüfte, Brustumfang sind da schon legitimer als deutlich zugewiesene Merkmale, nach denen wir gelernt haben, einen Menschen nach „Mann“ und „Frau“ sicher einzuordnen. Unter Berufung auf „natürliche Unterschiede“ werden auch immer wieder gesellschaftliche Ungleichbehandlungen und Diskriminierungen gerechtfertigt.
Aber: Was ist „natürlich“ an Geschlecht? Gibt es biologisch zwei Geschlechter – oder haben wir das nur in der Schule so gelernt? In diesem Input und Diskussion wird der Ausarbeitung von „biologischem Geschlecht“ in den sich herausbildenden „modernen biologisch-medizinischen Wissenschaften“ seit dem 17. / 18. Jahrhundert bis heute nachgegangen. Bei den aktuellen biologischen Geschlechtertheorien wird offensichtlich, dass sich eine Interpretation dass es viele Geschlechter geben muss geradezu aufdrängt.
Montag, 23.9.2013 – 19 Uhr – Kulturhaus Taranta Babu

Buchvorstellung „Fantifa“

[Beschreibung]

Teile des Herausgeber_innenkollektivs lesen aus dem
Buch “Fantifa. Feministische Perspektiven antifaschistischer Politiken”.

Feministische Antifa oder Frauen-Antifa Gruppen entstanden in den frühen
1990er Jahren, meist als Reaktion auf einen fortgesetzten Sexismus in
männlich dominierten Antifa-Zusammenhängen. Heute gibt es nur noch
wenige solcher Fantifa-Gruppen und auch in der antifaschistischen
?Geschichtsschreibung? spielen sie kaum eine Rolle. Das Buch ?Fantifa.
Feministische Perspektiven antifaschistischer Politik? will das ändern.
Es geht den Spuren nach, lässt Aktivistinnen zu Wort kommen, beleuchtet
aktuelle feministische Antifa-Arbeit, erläutert inhaltliche
Schwerpunkte, fragt nach, was aus Fantifa-Gruppen wurde, eröffnet einen
Blick auf die Möglichkeiten männlicher antisexistischer Handlungsräume
und diskutiert die fortgesetzte Notwendigkeit feministischer
Perspektiven in antifaschistischer Politik.
Interviews mit Aktivistinnen werden ausführlich durch das
Herausgeber_innenkollektiv eingeführt und durch Originaldokumente
illustriert. Die vergangenen und aktuellen Debatten um Feminismus,
Antisexismus und Antifaschismus sollen so zusammengebracht werden.
Montag, 14.10.2o13 – 19 Uhr – Kulturhaus Taranta Babu

Von feministischen Reitpeitschen und Blumenkränzen

Von feministischen Reitpeitschen und Blumenkränzen Pussy Riot, eine sich als feministisch verstehende Performance-Gruppe in Russland, und Femen, eine internationale “Frauenbewegung” mit ukrainischen Ursprüngen, haben in letzter Zeit öffentlich viel Aufsehen erregt – siehe z.B. das „Punk-Gebet“ von Pussy Riot und deren darauf folgende Inhaftierung oder Femen‘s nacktbrüstiger Angriff auf Putin. Es gab weltweit sowohl Solidarisierungen als auch Kritik an Auftreten sowie Aussagen der Gruppen. Jedoch kommt medial immer nur ein stark vereinfachtes, inhaltsreduziertes Bild rüber. Wer sind denn nun eigentlich Pussy Riot bzw. Femen? Wo lassen sie sich historisch-gesellschaftlich verorten? Wie sind sie jeweils organisiert? Welche Bilder werden erzeugt und welche Folgen haben diese? Wie beschreiben sie sich selbst und welche Positionen vertreten sie? Inwiefern sind diese oder jene als feministisch zu bezeichnen? Wie kann feministische Praxis heute aussehen? Input von der Gruppe e*vibes mit anschließender Diskussion.

Die inhaltliche Schwerpunktsetzung ist den Interessen der Anwesenden anpassbar.
Montag, 11.11.2013 – 19 Uhr – Ort wird noch bekannt gegeben

Filmvorstellung: Die Katze wäre eher ein Vogel

Vier intersexuelle Menschen erzählen von ihren Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen.
Was bedeutet die Infragestellung des Geschlechts, einer der wichtigsten Identitätsgrundlagen in unserer Kultur; sie erzählen von Fremdheit im eigenen Körper und Fremdheit in der Gesellschaft, die damit einhergehende Tabuisierung und zwanghafte Anpassung an die heterosexuelle Norm durch schwerwiegende Eingriffe in die (körperliche) Integrität eines Menschen; keine Möglichkeit sich auszudrücken, weil man schnell an Sprach- und Wissensbarrieren stößt und gleichzeitig die Sehnsucht nach Wahrnehmung und Anerkennung.
Doch wo liegt das eigentliche Problem?

Dieses dokumentarische Experiment will keinen Versuch machen, das medizinisch-biologische „Phänomen“ Intersex zu erklären. Mediziner/Innen werden in diesem Film nicht zu Wort kommen; ebenso wenig werden Bilder von „uneindeutigen“ Genitalien zu sehen sein .

Es geht darum, das Thema Intersex von einer anderen Seite zu betrachten, nicht von der Seite der Medizin, die noch immer die Macht der Kategorisierung innehat, von der alle Begrifflichkeiten pathologisierend geprägt sind und die die intersexuellen Geschlechtsvariationen zum Objekt wissenschaftlicher Untersuchungen macht .
Montag, 9.12.2013 – 19 Uhr – Ort wird noch bekannt gegeben

Auf den Veranstaltungen wird es einen feministischen Infotisch und eine kleine Küfa (Küche für alle) geben.
Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, sprecht uns gerne an oder schreibt an diebande[ät]riseup.net.

Auf unseren Veranstaltungen dulden wir keinen Sexismus, Rassismus, Ableismus oder andere reaktionäre, menschenverachtende Äußerungen. Personen, die rechtsradikalen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechten Szene zuzuordnen sind, ist die Teilnahme an unseren Veranstaltungen untersagt.

Aufruf zur kritischen Prozessbeobachtung im „Hirsch-Q“-Prozess:

Am vergangenen Donnerstag hat am Landgericht Dortmund der Prozess gegen zehn Neonazis aus dem Umfeld der „Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld“ wegen des brutalen Überfalls auf die Kneipe „Hirsch-Q“ am 12.12.2010 begonnen. Den zwei Frauen und acht Männern wird Sachbeschädigung, Landfriedensbruch und schwere Körperverletzung vorgeworfen – einer der Angeklagten hob nach dem Angriff die Hand zum Hitlergruß. Beim Prozessauftakt wurde nach dem Verlesen der Anklageschrift, die Hauptverhandlung auf den 27.06. vertagt. Wir rufen hiermit zur kritischen Prozessbegleitung auf.

Bei dem Angriff wurden damals mehrere BesucherInnen der „Hirsch Q“ schwer verletzt. Unter anderem wurde einer am Boden liegenden Person mehrfach mit Springerstiefeln gegen den Kopf getreten und mit einem Messer in Oberschenkel und Arm gestochen.

Wir möchten euch hiermit dazu aufrufen den Prozess zu beobachten, damit die Bänke im Saal nicht den Neonazis überlassen werden. Zudem ist es weiterhin wichtig den Prozess kritisch zu begleiten, da von milden Urteilen gegen die Neonazis auszugehen ist. Die Verschleppung des Prozesses, über zweieinhalb Jahre nach dem eigentlichen Überfall, durch die Staatsanwaltschaft und weitere Ermittlungsbehörden lässt zu befürchten, dass die stadtbekannten Neonazis um Sven Kahlin mit milden Urteilen davon kommen werden. In der Vergangenheit ignorierten die RichterInnen darüber hinaus oftmals die politische Motivation der TäterInnen. Zudem gilt unsere Solidarität und Unterstützung den Betroffenen insbesondere den Nebenklägern und ZeugInnen, also bildet Bezugsgruppen mit Bekannten und anderen Interessierten und kommt zahlreich zu den unten genannten Terminen.

Uns ist bewusst, dass Prozessbegleitungen uns auch an die eigenen Grenzen führen können, niemand sitzt gerne mit Neonazis in einem Raum. Gerade in letzter Zeit konnte in NRW jedoch bewiesen werden, dass antifaschistische Prozessbeobachtung und Solidarität auch funktionieren kann.

Erscheint zahlreich! Solidarität muss praktisch werden!

Kommende Termine „Hirsch-Q-Prozess“ im Landgericht Dortmund (vermutlich Saal 130):

27. Juni 13:00 Uhr
08. Juli 10:30 Uhr
29. Juli 10:30 Uhr
01. August 13:00 Uhr
22. August 13:00 Uhr
04. September 09:15 Uhr
09. September 10:30 Uhr
23. September 10:30 Uhr
07. Oktober 10:30 Uhr
09. Oktober 09:15 Uhr
16. Oktober 09:15 Uhr
06. November 09:15 Uhr
18. November 10:30 Uhr

[Stand: 25. Juni 2013]

Aktion gegen Die Orsons. Transphobie hat kein’ Swag!

via Emanzipatorische Antifa Münster

Ein_e Aktivist_in, die_der bei dem Auftritt der Band „Die Orsons“ am 11. Mai 2013 im Rahmen des „Workers Youth Festival“ von Jusos und Falken in Dortmund dabei war, hat uns einen Erlebnisbericht des Abends geschickt.

Erstmal umgucken

Die Gruppe junger Männer die wir am Bahnhof sehen ist vor allem eins: Laut! Viel Bier, viel grundloses Rumgeschreie. „Alerta, alerta antifascista!“, was nicht nur mich, sondern auch andere Passant_innen einschüchtert. Obwohl gegen die Parole an sich nichts einzuwenden ist, erinnert mich dieses Verhalten doch eher an unangenehm aggressiv-aufdringliches Fußballgegröle. Hoffentlich gehen die nicht auch zum „Workers Youth Festival“.

Wir sind am Bahnhof. Wir sind eine Handvoll Menschen und haben keinen Bock. Keinen Bock sich mit so einem Mist wie der Band „Die Orsons“ auf dem Workers Youth Festival 2013 auseinandersetzen zu müssen. Aber hilft ja nix. Eine transphobe, sexistische, antisemitische Band, zu allem Überfluss auch noch auf einem Festival, welches den Anspruch hat links zu sein geht ja mal so überhaupt gar nicht. Eine Intervention schien uns hier notwendig. Einen genauen Plan haben wir noch nicht, aber los geht’s zum Festivalgelände.

Um 18 Uhr kommen wir auf dem Friedensplatz an. Überall Futter- und Bierbuden, viele Menschen, viele Fahnen. Jusos, Falken, alles wie erwartet.

Unerwartet kommen „Die Orsons“ kurz nach unserer Ankunft schon auf die Bühne: Soundcheck. „Check, check, einszwei, einszwei“, Mikro läuft. Jetzt das Ganze mit ein bisschen Playback. Fast schon provokativ werden die ersten Zeilen des Liedes „Horst und Monika“ gespielt. Super, ihr Arschlöcher. Tatsächlich immer noch nix kapiert.

Jetzt heißt es erst mal rumhängen und warten. Die letzten Sonnenstrahlen genießen, bevor es wieder anfängt zu regnen. Von den Liegen eines angrenzenden Cafes werden wir recht schnell vertrieben, wir sollen was kaufen, danke auch. Je näher der Auftritt rückt, desto nervöser werde ich.

Flyer verteilen

Um halb neun werden die ersten Flyer und Buttons verteilt. Was da genau drauf steht, seht ihr auf den Fotos. Wir versuchen mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, aufzuklären und zu überzeugen, dass es echt uncool ist gleich mit den Orsons Party zu machen. Das funktioniert erstaunlich gut. Zwar haben recht wenig Menschen sich im Vorfeld informiert und Gedanken gemacht, aber viele sind aufgeschlossen und verstehen worauf wir aufmerksam machen wollen. Insgesamt funktioniert das Flyern an der Peripherie deutlich besser, als im Zentrum direkt vor der Bühne. Je näher wir in Richtung Bühne kommen, desto mehr stumpfe Ablehnung und Widerspruch begegnen uns. „Ich kannte die schon, bevor die da waren“ erscheint uns als ein passendes Argument, um die Transphobie-, Sexismus- und Antisemitismusvorwürfe zurückzuweisen. Vor allem scheint uns dieses Zitat passend, um die Diskussionsbereitschaft und -fähigkeit im Zentrum der Fans darzustellen.

Auf einmal treffen wir auf eine Gruppe gleichgesinnter Menschen. 20 Leute haben sich versammelt, mit dabei aber noch eingepackt Transpis und ein Megafon. Auch mit dabei: Jusos und Falken, welche die Entscheidung für die Orsons, die durch den Bundesvorstand auf so wunderbar entlarvende Art und Weise gerechtfertigt wurde, wohl auch Scheiße finden. Wir beschließen beieinander zu bleiben und aufeinander zu achten.

Der Auftritt beginnt

Als die Band angekündigt wird, ist das auch unser Startsignal. Wir versuchen uns von der Seite zwischen die ersten paar Reihen von Fans zu schieben. Ein paar Menschen nehmen einen Tisch mit, stellen sich drauf und machen mit dem Megafon Lärm. Wir halten unser Transpi hoch, vor uns und neben uns tun Leute dasselbe. Es ist ziemlich eng. Absurde Szenen als die Band auf die Bühne kommt. Die einen rasten aus und freuen sich total, die anderen rufen „Haut ab“ und recken Mittelfinger in die Höhe. Diese Finger sind im Laufe des Konzerts ständig zu sehen und einige Fans scheinen tatsächlich verzweifelt, weil ihre Band auf diese Weise beleidigt wird. Sie versuchen die Hände mit den Fingern herunterzureißen. Andere halten uns den Mittelfinger entgegen, was eigentlich ganz gut ist, da von der Bühne aus bestimmt nur Mittelfinger zu erkennen sind und nicht, dass sie nicht der Band gelten. Einer von diesen Rappern auf der Bühne fühlt sich wohl wirklich angegriffen und sagt, dass seine Entgegnung auf die Mittelfinger ein Peace-Zeichen wäre, welches er dann auch mit drei Fingern formen will. Tatsächlich sieht es eher aus wie der Kühnen-Gruß. (An dieser Stelle soll keine Affinität zu extrem rechten Strömungen, sondern Unwissenheit unterstellt werden.)

Transpi

Ein Hochtranspi versperrt wohl einigen Fans die Sicht. „Transphobie und sexualisierte Gewalt sind nicht lustig“ steht drauf, stimmt ja auch. Rumgemotze, „Verpisst euch“, „Macht das woanders“, „Wir wollen das Konzert sehen“ Der Plan scheint aufzugehen. Recht schnell werden einige Fans übergriffig und versuchen an das Transpi zu kommen und es herunter zu reißen. Zwei Flaschen fliegen dagegen (Immer diese Menschen, die von hinten Sachen werfen und nicht daran denken, dass vorne die eigenen Leute getroffen werden), eine Kippe wird auf dem Transpi ausgedrückt, ein junger Mann versucht das Transpi anzuzünden. Energisch werden sie von vielen darauf hingewiesen, dass all dies ganz schlechte Ideen sind. Das checken auch die „starken Typen“ schnell und trollen sich. Einer versucht seine „Lieblingsband“ in Schutz zu nehmen, auf die Antisemitismusvorwürfe kontert er: „Den Holocaust hat es nie gegeben, na und?“ Eine Frau schreit einen Mann der den Mittelfinger hochhält an: „Du Fotze!“ Der Mann sagt: „Ja ich habe eine Fotze, und jetzt?“ Sie ist irritiert – da passt doch was nicht ins Weltbild – und dreht sich wieder um.

Insignien der Macht

Plötzlich taucht ein Mann auf, der wohl eine „Ordner/in“-Binde um den Arm hat. Sofort versucht er uns wegzuschieben, Orsons-Fans versuchen ihn mit Faustschlägen und Tritten gegen uns zu unterstützen. Aber auch hier funktioniert das Prinzip der direkten und konsequenten Gegenwehr und irgendwann beruhigt sich die Situation wieder. Danach versucht der Ordner uns per mündlicher Anweisung weg zu bekommen. „Ich bin hier Ordner und sage euch, dass ihr jetzt hier weg müsst.“ Blöderweise hat er seine Insignien der Macht, alles was ihn in dieser Situation zu dem macht, der er gern sein würde, sein „Ordner/-in“-Binde, in dem Gedränge verloren. Wir weisen ihn darauf hin, dass ja jede_r einfach so sagen könnte, dass sie_er Ordner_in wäre und autoritäres Geschwafel von sich geben könne. Er guckt auf seinen Arm, erkennt seine Situation und verschwindet. Haha, das war lustig. Ohne Binde – keine Macht. Später finden wir die Armbinde am Boden, suchen den Typen, aber er ist weg. An den Ordner: Du kannst dich gerne melden, wir schicken sie dir dann zu. Auch so als Andenken fürs Festival, wo du mal so richtig was zu sagen hattest.

Und nochmal Transpi

Irgendwann wird das Hochtranspi zu weit Richtung Bühne gedrängt, Securitys greifen zu und halten es fest. In dem entstehenden Handgemenge schaffen es zwei Typen eine Transpiträgerin wegzuschubsen, die Stangen an sich zu reißen und zu zerbrechen. Na super, der Spaß ist wohl vorbei. Die Typen die uns das Transpi kaputt gemacht haben, sind die Typen vom Bahnhof, die besoffen die Leute mit „Alerta, alerta, antifascista“ angebrüllt haben. Ihr Vollidioten.

Wir beschließen aus der Menge rauszugehen, inzwischen kriegen wir nicht wenige Ellbogen an die Köpfe und Fäuste in die Bäuche. Nicht so toll. Draußen angekommen erst mal durchatmen. Sind alle da? Geht es allen gut? Ja? Sehr schön.

Wir stehen so rum, als plötzlich zwei Menschen mit unserem ehemaligen Hochtranspi auf die Bühne rennen. Für einen kurzen Augenblick ist zu erkennen was drauf steht, dann kommen sofort die Gangstakollegen der Orsons von der Seite der Bühne und holen die beiden unter massivem Gewalteinsatz von der Bühne. War irgendwie zu erwarten. Dass die „Rapper für Frieden“ ihre Prügelschergenvollidioten neben der Bühne stehen haben. Damit wäre auch das „Love, Peace und Hippieness“-Image, welches sich die Jungs von den Orsons so sehr wünschen, wohl endgültig dekonstruiert und ad absurdum geführt worden. Naja, vielleicht für uns. Für die Fans wohl leider noch nicht. Das Transpi ist weg, wer es auch hat, ihr könnt es behalten. Den beiden Flitzern geht es soweit gut, sie verschwinden, ohne Cops, Personalien und so.

Fazit

Insgesamt hat sich die Aktion gelohnt. Es war ein wunderbares Gefühl, dass viele Menschen keinen Bock auf Orsons hatten und dagegen laut und sichtbar waren. Das Konzert konnte nicht in einer vermeintlich harmonischen Atmosphäre stattfinden. Die Fans haben wie zu erwarten aggressiv und gewalttätig reagiert und sich somit noch ein Stückchen mehr entlarvt. Auch die Twitter- und Facebookeinträge von gestern Nacht und heute (z.B. „Bohaaaaaa stirb. Wie kann man die orsons scheiße finden. Die Jungs sind so cool…“ und „Wie kann man so hohl sein und denken das die Orsons gegen Toleranz sind?“) zeigen, dass die Intervention einige Zuschauer_innen ordentlich genervt hat, das heißt wir waren da, wir waren laut, wir waren nicht zu übersehen. Auch durch die vielen Gespräche beim Flyern und gemäß des Eisbergprinzips gehen wir davon aus, dass einige Menschen es geschafft haben sich ordentlich mit unseren Argumenten auseinander zu setzen und die Orsons nun als genau das bezeichnen was sie sind:

Transphobe, sexistische, antisemitische Kackscheiße!



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